Der Magier
Berlin. In einem Neuköllner Abbruchhaus wird eine grausam zugerichtete Leiche gefunden. Für Kommissar Kowalski ist sofort klar: Dieser Fall wird kompliziert. Als einflussreiche Politiker die Ermittlungen zu behindern versuchen, recherchiert er auf eigene Faust – und stößt auf eine düstere Geheimdienstaktion in Bulgarien, der zahlreiche Oppositionelle zum Opfer fielen. Die Fernsehjournalistin Dagmara Bosch, die als Kind aus Wrocław nach West-Berlin kam, erkennt eine Verbindung zu ihrer eigenen Vergangenheit: 1980 verlor sie ihren Vater, einen Solidarność-Aktivisten, bei einem mysteriösen »Unfall« in Bulgarien. Gemeinsam mit Kowalski begibt sie sich auf eine gefährliche Spurensuche.
Magdalena Parys wurde 1971 in Danzig geboren und lebt seit 1984 in West-Berlin. Sie studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Polonistik und Erziehungswissenschaften. Ihre Romane über deutsche Nachkriegsgeschichte erreichen in Polen enorme Auflagen und Auszeichnungen. Ihr Debütroman, der faktengestützte Thriller Tunnel erschien in deutscher Übersetzung von Paulina Schulz 2014 im Prospero-Verlag. Der Magier, Auftakt ihrer Berlin-Trilogie, thematisiert Verquickungen der Geheimdienste und wurde 2015 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet. Übersetzungen in 19 Sprachen folgten, u.a. ins Französische, Italienische und Spanische.
Ein besonderes Anliegen der Autorin, die sich bewusst zwischen der deutschen und der polnischen Kultur bewegt, sind gesellschaftspolitische Themen, zu denen sie u.a. für die polnischen Gazeta Wyborcza, die Stuttgarter Zeitung und die französische Marianne schreibt.
Lothar Quinkenstein wurde 1967 in Bayreuth geboren. Er studierte Germanistik und Ethnologie in Freiburg im Breisgau. Er promovierte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, wo er 1999 – 2024 als Literaturwissenschaftler beschäftigt war. Seit 2017 ist er einer der Übersetzer von Olga Tokarczuk. Neben seiner übersetzerischen Arbeit ist er als Schriftsteller tätig. 2024 erhielt er den Karl-Dedecius-Preis.
Mögt Ihr Krimis und Thriller, in denen die Politik im Hintergrund steht? Die Art, bei der es irgendwie komisch ist, auf die Straße zu gehen, politische Debatten im Fernsehen zu verfolgen und die Mechanismen der Medien und der Politik zu verstehen? Schließlich lauert das Böse überall und jemand ist hinter Euch her ….
Magdalena Parys hat für ihren Kriminalroman "Der Magier" 2015 den Europäischen Literaturpreis gewonnen, und obwohl das Buch ins Deutsche übersetzt wurde, ist es in den Medien kaum beachtet worden. Das soll sich nun ändern, denn das Buch ist aktueller denn je und im brandneuen österreichischen POLENTE VERLAG erschienen, der vor allem polnische Literatur auf Deutsch veröffentlichen will (wie cool ist das?).
Aber zurück zu "Der Magier". Die Geschichte spielt in Berlin, Sofia und zeitweise auch in Warschau, und die mysteriösen und äußerst brutalen Morde (die Szene, in der die Leiche am Anfang des Buches beschrieben wird, ist ein wahres Meisterwerk) sind politisch motiviert. Es ist ein Roman über böse Menschen, über Osteuropa und über die Ereignisse während des Kommunismus, die sich auf die nachfolgenden Generationen ausgewirkt haben. Es ist auch eine Geschichte über den Kalten Krieg, über die Stasi-Akten und ihre Vernichtung, über geheime Dienste, ihre Methoden und ihre Auswirkungen auf die menschliche Psyche. Es ist eine Geschichte über polnische Migranten, über ihr Leben in Deutschland, über doppelte Identitäten, Einsamkeit und einen schlechten Start.
"Der Magier" ist ein großartiges Beispiel polnischer Gegenwartsliteratur, die in Deutschland noch so selten zu finden ist. Die Übersetzung stammt von dem wunderbaren Lothar Quinkenstein (er übersetzt Olga Tokarczuk ins Deutsche!).
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- Artikel-Nr.: SW9783950574425110164